Startseite

 

Impressum

 

Autor

 

Die aquatischen Neophyten in Deutschland - Eine Übersicht

 
                       

Azolla filiculoides

Azolla mexicana

Cabomba caroliniana

Crassula helmsii

Egeria densa

Eichhornia crassipes

Elodea callitrichoides

Elodea canadensis

Elodea nuttallii

Hydrilla verticillata

Hydrocotyle ranunculoides

Hygrophila polysperma

Lagarosiphon major

Lemna aequinoctialis

Lemna minuta

Lemna turionifera

Ludwigia grandiflora

Myriophyllum aquaticum

Myriophyllum heterophyllum

Pistia stratiotes

Sagittaria latifolia

Sagittaria subulata

Salvinia auricualata agg.

Shinnersia rivularis

Vallisneria spiralis

 
Pistia stratiotes L., Wassersalat, Araceae

Beschreibung:

Der Wassersalat ist eine freischwimmende Wasserpflanze. Sie besitzt lange, fädige Wurzeln, die meist frei im Wasser schweben und über die sie Nährstoffe aus dem Wasser aufnimmt. Die verkehrt eiförmig bis länglich-löffelförmigen Blätter sind hellgrün, behaart und mit vielen deutlich erkennbaren Nerven und in einer Rosette angeordnet. Die Blüten sind unauffällig, eingeschlechtlich und in einer Spatha eingeschlossen.

Herkunft und Vorkommen weltweit:

Der Wassersalat stammt ursprünglich aus Südamerika, ist aber mittlerweile in vielen tropischen und subtropischen Regionen der Welt anzutreffen.

Vorkommen in Europa:

In Europa gibt es Nachweise aus Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Russland, Slovenien und Deutschland, wobei die Pflanzen in den allermeisten Fällen die Pflanzen nicht ausdauernd sind, und in jedem Jahr auf eine erneute Ansalbung angewiesen sind.

Erstnachweis in Deutschland:

In Deutschland wurden erstmals nach 1980 Pflanzen in freier Natur beobachtet, die jedoch wie alle weiteren Nachweise auf eine aktive Ansalbung durch den Menschen zurückzuführen sind (Hussner et al. 2010).

Verbreitung in Deutschland:

Nachweise des Wassersalats sind aus mehreren Bundesländern bekannt, doch die nicht winterharten Pflanzen sind jedes Jahr auf eine erneute Ansalbung durch den Menschen angewiesen.

Bevorzugte Siedlungsgewässer:

Pistia stratiotes bevorzugt stehende und langsam fließende Gewässer.

Ökologie der Art:

Der nicht frostresistente Wassersalat wächst am besten bei Temperature zwischen 22-30°C, toleriert jedoch auch kurzzeitig Temperaturen bis unter 10°C und über 35°C. Pistia stratiotes bevorzugt schwach saure Gewässer mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,2 und einer moderaten Wasserhärte (5-20KH).

Ausbreitung und Vermehrung:

Der große Wassersalat vermehrt sich in deutschen Gewässern rein vegetativ. Die nicht winterharte Art ist jedoch in jedem Jahr auf neue Ansalbungen durch den Menschen angewiesen.

Möglichkeiten des Managements:

Der Wassersalat wird am häufigsten mit mechanischen Methoden bekämpft, wobei Harken und Netze eingesetzt werden, um die Pflanzen aus dem Gewässer zu entfernen.

In einigen Ländern werden zudem Herbizide wie Endothall eingesetzt, welches schnell die Pflanzenteile abtötet, welche mit dem Gift in Berührung kommen.

Zur biologischen Kontrolle des Wassersalats wurden bislang u.a. Neohydronomus affinis und Spodoptera pectinicornis eingesetzt, welche durch ihren kurzen Lebenszyklus innerhalb kürzester Zeit große Individuenzahlen erreichen können und die Bestände des Wassersalats in kürzester Zeit vernichten können.

Literatur:

Cilliers, CJ. (1991): Biological control of water lettuce, Pistia stratiotes (Araceae), in South Africa. Agriculture, Ecosystems and Environment 37: 225-229.

Cilliers, CJ, Zeller, D. & Strydom, G. (1996): Short- and long-term control of water lettuce (Pistia stratiotes) on seasonal water bodies and on a river system in the Kruger National Park, South Africa. Hydrobiologia 340: 173-179.

Diekjobst, H. (1984): Pistia stratiotes L. und Lemna aequinoctialis Welwitsch vorübergehend im Gebiet der unteren Erft. Göttinger Floritische Rundbriefe 18 (3/4): 90-95.

Hollander, N.G. den, Schenk, I.W., Diouf, S., Kropff, M. & Pieterse, A.H. (1999): Survival strategy of Pistia stratiotes L. in the Djoudj National Park in Senegal. Hydrobiologia 415: 21-27

Mbati, G. & Neuenschwander, P. (2005): Biological control of three free floating water weeds, Eichhornia crassipes, Pistia stratiotes and Salvinia molesta in the Republic of Kongo. BioControl 50: 635-645.

Pieterse, AH, L Delange and L Verhagen. 1981. A Study of Certain Aspects of Seed Germination and Growth of Pistia stratiotes. Acta Botanica Neerlandica. 30(1-2): 47-58.

Sajna, N., Haler, M., Skornik, S. & Kaligaric, M. (2007): Survival and expansion of Pistia stratiotes L. in a thermal stream in Slovenia. Aquatic Botany 87: 75-79