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Die aquatischen Neophyten in Deutschland - Eine Übersicht

 
                       

Azolla filiculoides

Azolla mexicana

Cabomba caroliniana

Crassula helmsii

Egeria densa

Eichhornia crassipes

Elodea callitrichoides

Elodea canadensis

Elodea nuttallii

Hydrilla verticillata

Hydrocotyle ranunculoides

Hygrophila polysperma

Lagarosiphon major

Lemna aequinoctialis

Lemna minuta

Lemna turionifera

Ludwigia grandiflora

Myriophyllum aquaticum

Myriophyllum heterophyllum

Pistia stratiotes

Sagittaria latifolia

Sagittaria subulata

Salvinia auricualata agg.

Shinnersia rivularis

Vallisneria spiralis

 
Myriophyllum heterophyllum Michaux, Verschiedenblättriges Tausendblatt, Haloragaceae

Beschreibung:

Das verschiedenblättrige Tausendblatt ist eine ausdauernde, kräftige, untergetauchte Wasserpflanze. Wenn fertile Spitzenteile ausgebildet werden, erheben sich diese über die Wasseroberfläche. Die Tauchblätter sind einfach gefiedert und finden sich meist in 4-5 (6) zähligen Quirlen. Die Fiederblätter sind bis zu 500 mm lang und an den älteren Sproßteilen viel länger als die Internodien (Casper Krausch 1981).

Die Blüten sind einzeln blattachselständig und zu Blütenähren zusammentretend, die zur Blütezeit 10-15 (-35) cm über die Wasseroberfläche gehoben werden. Die 2 Vorblätterbesitzen einen eiförmigen Grund und sind lang zugespitzt, gefranst-gesägt und 1,2 mm lang und 0,6 mm breit. Die männlichen Blüten finden sich einzelnd an der Ährenspitze und besitzen 4 sehr kurze, dreieckige, weißgrünliche Kelchblätter, 4 kahnförmige, durchscheinende, weißliche Kronblätter und 4 längliche, kurz gestielte Staubblätter. In der Mitte der Blüte finden sich Zwitterblüten aus 4 Staub- und 4 Fruchtblättern, unterhalb davon folgt ein Bereich mit Zwitter und weiblichen Blüten und am Ährengrund ein Bereich mit ausschließlich weiblichen Blüten. Diese besitzen zwei 2 breit eiförmige, gefranste und begrannte Vorblätter, 4 1,5 - 3 mm lange Kronblätter und 4 Fruchtblätter, die leuchtend rote, federige Narben aufweisen. Die Tragblätter sitzen mit breitem Grund in 4 - 5 zähligen Quirlen und sind viel länger als die Blüten. Die Trgablätter sind 3 - 5 mm breit, ungeteilt, lanzettlich bis breit lanzettlich zugespitzt, am Rande gezähnt bis kammförmig gesägt, dicklich, derb, kahnförmig und mit einer dunkel- bis olivgrünen Färbung. Die glänzenden Tragblätter setzen sich deutlich vom Laubsproß ab (Casper & Krausch 1981).

Charakteristisch für Myriophyllum heterophyllum ist zudem, daß vor allem in den älteren Sproßachsenabschnitten die Blätter z.T. nicht mehr im Wirtel angeordnet sind (Hussner, eigene Beobachtung).

Herkunft und Vorkommen weltweit:

Myriophyllum heterophyllum stammt ursprünglich aus dem südöstlichen Nordamerika und ist in Europa stellenweise eingebürgert (Casper Krausch 1981).

Vorkommen in Europa:

Die Art ist in Europa aus Österreich, Frankreich, den Niederlanden, Spanien, der Schweiz, Belgien und Deutschland bekannt. Insbesondere in den Niederlanden breitet sich die Art in den Kanälen schnell aus.

Erstnachweis in Deutschland:

In Deutschland gelangen erste Funde der Art im Leipziger Hafenbecken und dem Elster-Saale-Kanal in Leipzig (Stricker 1962).

Verbreitung in Deutschland:

Die Art ist in Deutschland bislang aus Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen bekannt.

Bevorzugte Siedlungsgewässer:

Die immergrüne Art bevorzugt stehende und langsam bis mäßig fließende Gewässer und zeigt einen Verbreitungsschwerpunkt in mesothrophen Gewässern.

Ökologie der Art:

Myriophyllum heterophyllum bevorzugt flache, strahlungsreiche Gewässer, in seltenen Fällen wurzelt die Art aber auch in bis zu 10m Wassertiefe, und die immergrünen Sprosse können dann trotzdem bis zur Wasseroberfläche reichen. Das Temperaturoptimum der Art liegt bei ca. 20-25°C.

Ausbreitung und Vermehrung:

Die Ausbreitung und Vermehrung erfolgt in Deutschland rein vegetativ. Dabei reichen kleinste Pflanzenbruchstücke (teilweise sogar ein einzelnes Blatt) aus, um neue Pflanzen ausbilden zu können (Fritschler 2007, Hussner 2008)

Möglichkeiten des Managements:

Bislang erfolgte das Management der Art durch die Mahd der Bestände, was sich bislang jedoch als nur wenig effektiv erwies (Hussner & Krause 2007). Die Auswirkungen und die Effiziens der Maßnahmen könnte jedoch vermutlich dadurch gesteigert werden, daß die Mähmaßnahmen im Winter durchgeführt werden (Hussner & Krause 2007).

Literatur:

Brenan, J.P.M. & Chapple, J.F.G. (1949): Myriophyllum verrucosum Lindl. in Britain. Watsonia 1: 63-70

Casper, S.J., Jentsch, H. & Gutte, P. (1980): Beiträge zur Taxonomie und Chorologie europäischer Wasser- und Sumpfpflanzen. 1. Myriophyllum heterophyllum bei Leipzig, Finsterwalde und Spremberg. Hercynia 17(4): 365-374

Casper, S.J. & Krausch, H.D. (1981): Süßwasserflora von Mitteleuropa, Pteridophyta und Anthophyta. Band 24, Teil 2, Gustav Fischer, Stuttgart.

Fritschler, N. (2007): Regenerationsfähigkeit von indigenen und neophytischen Wasserpflanzen. Diplomarbeit, Abt. Geobotanik, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 72 S.

Hussner, A. (2008): Ökologische und ökophysiologische Charakteristika aquatischer Neophyten in Nordrhein-Westfalen. Dissertation, Universität Düsseldorf, 192 S.

Hussner, A., Nienhaus, I.. & Krause, T. (2005): Zur Verbreitung von Myriophyllum heterophyllum Michx. in Nordrhein-Westfalen. Floristsiche Rundbriefe 39: 113-120.

Hussner, A. & Krause, T. (2007): Zur Biologie des aquatischen Neophyten Myriophyllum heterophyllum Michaux in Düsseldorfer Stadtgewässern (Biology of the alien aquatic plant Myriophyllum heterophyllum Michaux in urban city lakes of Düsseldorf). Acta Biologica Benrodis 14: 67-76.

Janchen, E. (1966): Catalogous Florae Austriae. 1. Teil, 3. Ergebnisheft. Wien, 84 S.

Peters (2004): Een vreemd vederkruid in het Zwartwater: Myriophyllum heterophyllum Michx.. Natuurhistorisch Maandblad 93(8): 251-252

Pietsch, W. & Jentsch, H. (1984): Zur Soziologie und Ökologie von Myriophyllum heterophyllum Mich. in Mitteleuropa. Gleditschia 12: 303-335

Spangehl, B. & Scharrenberg, U. (1985): Das Wechselblättrige Tausendblatt (Myriophyllum heterophyllum Michaux) im Heider Bergsee bei Brühl (Erftkreis, NRW). Floristische Rundbriefe 85(2): 98-100

Stricker, W. (1962): Das Leipziger Hafengelände - Einwanderungstor seltener und fremder Pflanzenarten. Sächsisches Heimatblatt 8: 464-473

Wimmer, W. & Schrei, J. (1995): Verschiedenblättriges Tausendblatt Myriophyllum heterophyllum Michaux in Niedersachsen eingebürgert. Naturschutz Nachrichten Salzgitter 15/16: 20-22

WIMMER, W. (1997): Myriophyllum heterophyllum Michaux in Niedersachsen und Bremen sowie seine Bestimmung im vegetativen Zustand. Floristische. Rundbriefe 31: 23-31.