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Die aquatischen Neophyten in Deutschland - Eine Übersicht

 
                       

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Vallisneria spiralis

 

Ludwigia grandiflora (Michx.) Greuter & Burdet, Grossblütiges Heusenkraut, Onagraceae

(Syn.: Ludwigia uruguayensis (Camb.) Hara, Jussiaea repens L. var. grandiflora Micheli, Jussiaeae grandiflora Michx., non Ruiz & Pavon, Jussiaea uruguayensis Camb., Jussiaea michauxiana Fern.)

Beschreibung:

Ludwigia grandiflora ist eine sowohl submers als auch emers wachsende Art, die bevorzugt in stehenden oder langsam fließenden Gewässern, aber auch auf feuchten Wiesen anzutreffen ist. Die submersen Blätter des Großblütigen Heusenkrauts sind rundlich bis eiförmig, wohingegen die emersen Blätter lanzettlich und leicht behaart sind. Die Blätter sind gegenständig an den 5 - 20 mm dicken Stängeln angeordnet, die bis zu 6 m lang werden und bis zu 80 cm über die Wasseroberfläche ragen. Aus den Blattachseln der oberen Blätter entspringen die kurzgestielten, fünfzähligen Blüten, die einen Durchmesser von 2 – 5 cm besitzen. Die Früchte des Grossblütigen Heusenkrautes sind längliche Kapseln, die zahlreiche Samen enthalten. Die Art ist ebenso wie die verwandte Art Ludwigia peploides (KUNTH) P.H. RAVEN in der Lage, unter anaeroben Bedingungen stark aerenchymhaltige Wurzeln auszubilden, die senkrecht im Wasser stehend bis zur Wasseroberfläche reichen und dem Zweck der Aufnahme sauerstoffgesättigter Luft dienen, welche dann über Diffusion durch diese aerenchymatischen Wurzeln bis in den Wurzelraum transportiert werden kann (Raven 1963, Ellmore 1981, Hussner 2010).

Herkunft und Vorkommen weltweit:

Das Grossblütige Heusenkraut stammt ursprünglich aus Nord- und Südamerika (MCGREGOR et al. 1996), ist aber auch in anderen Gebieten weltweit zu finden. Neophytische Vorkommen sind vor allem aus Europa bekannt geworden. ZARDINI et al. (1991) beschreiben zwei morphologisch unterschiedliche Gruppen von Ludwigia grandiflora, die hexa- und decaploid sind. Nach Europa ist ihren Angaben zufolge nur die decaploide Form eingeführt worden, die ihrer Meinung nach Ludwigia hexapetala (Syn. Jussiaea hexapetala) genannt werden müsste. DANDELOT et al. (2005) beschreiben so auch eine decaploide Form aus Frankreich, die sie Ludwigia grandiflora ssp. hexapetala benannten. CASTROVIEJO et al. (1997) weisen aber darauf hin, dass ihrer Meinung nach die morphologischen Unterschiede nicht ausreichen, um eindeutig zwei Arten zu unterscheiden.

Vorkommen in Europa:

Die Art ist in Europa aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz und aus Deutschland bekannt.

Erstnachweis in Deutschland:

Der Erstnachweis der Art gelang im Jahr 2004 in einem Nebenarm der Leda in Niedersachsen.

Verbreitung in Deutschland:

Die Art ist bislang nur aus Niedersachsen bekannt.

Bevorzugte Siedlungsgewässer:

Ludwigia grandiflora besiedelt bevorzugt stehende bis langsam fließende Gewässer, wie Kanäle, Gräben, Teiche und Seen, aber auch Sümpfe.

Ökologie der Art:

Ludwigia grandiflora ist eine wärmeliebende Art, die am besten an sonnenreichen und nährstoffreichen Standorten wächst (Dandelot et al. 2005, Hussner 2009, 2010). Sie ist in den meisten Gewässern vornehmlich emers, in bis zu 1m Wassertiefe wurzelnd, anzutreffen. Unter überstauten Bedingungen formt sie stark aerenchymatische Wurzeln aus, die bis zur Wasseroberfläche reichen und so den Wurzelraum mit Sauerstoff versorgen.

Ausbreitung und Vermehrung:

Das Grossblütige Heusenkraut bildet reichlich Samen aus, die auch unter europäischen Wintern überdauern können (Ruaux et al. 2009) Lediglich das einfrieren der Samen im Eis führt zu einer Verringerung der Keimungsrate. Zudem erfolgt in vielen Fällen eine Ausbreitung vegetativ aus Pflanzenbruchstücken (Okada et al. 2009).

Möglichkeiten des Managements:

Bislang liegen nur wenige Informationen zum Management der Art vor. In der Schweiz wurde L. grandiflora erfolgreich bekämpft, wobei die Pflanzen mechanisch aus dem Gewässer entfernt wurden (Vauthey et al. 2003, Gigon & Weber 2005).

Literatur:

Dandelot, S., Matheron, R., Petit, J.L., Verlaque, R. & Cazaubon, A. (2005): Variations temporelles des parameters physicochimiques et microbiologiques de trois ecosystems aquaticques (Sud-Est de la France) envahis par des Ludwigia. Comptes, Rendus Biologies 328: 991-999

Dandelot, S., Verlaque, R., Dutartre, A. & Cazaubon, A. (2005): Ecological, dynamic and taxonomic problems due to Ludwigia (Onagraceae) in France. Hydrobiologia 551: 131-136

Dandelot, S., Robles, C., Pech, N., Cazaubon, A. & Verlaque, R. (2008): Allelopathic potential of two invasive alien Ludwigia spp. Aquatic Botany 88: 311-316

Ellmore, G.S. (1981): Root dimorphism in Ludwigia peploides (Onagraceae): Structure and gas content of mature roots. American Journal of Botany 68(4): 557-568.

Hussner, A. (2008): Ökologische und ökophysiologische Charakteristika aquatischer Neophyten in Nrodrhein-Westfalen. Dissertation, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 192 S.

Hussner, A. (2009): Growth and photosynthesis of four invasive aquatic plant species in Europe. Weed Research 49: 506-515.

Hussner, A. (2010, in press): Growth response and root system development of the invasive Ludwigia grandiflora and Ludwigia peploides to nutrient availability and water level. Fundamental and Applied Limnology.

Kleuver, J.J. & Holverda, W.J. (1995): Ludwigia uruguayensis (Camb.) Hara (Onagraceae), verwilderd. Gorteria 21: 99-100

McGregor, M.A., Bayne, D.R., Steeger, J.G., Webber, E.C. & Reutebuch, E. (1996): The potential for biological control of water primrose (Ludwigia grandiflora) by the Water Primrose Flea Beetle (Lysathia ludoviciana) in the Southeastern United States. Journal of Aquatic Plant Management 34: 74-76.

Okada, M, Grewell, BJ & Jasieniuk, M (2009): Clonal spread of invasive Ludwigia hexapetala and L. grandiflora in freshwater wetlands of California. Aquatic Botany 91: 123-129.

Raven, P.H. (1963): The old world species of Ludwigia (including Jussiaea), with a synopsis of the genus (Onagraceae). Reinwardtia 6 (4): 327-427

Ruaux, B., Greulich, S., Haury, J. & Berton, J.P. (2009): Sexual reproduction of two invasive Ludwigia (Onagraceae) on the middle Loire River, France. Aquatic Botany 90: 143-148.

Vauthey, M., Jeanmonod, D. & Charlier, P. (2003): La jussie - Ludwigia grandiflora (Michx.) Greuter & Burdet - une nouvelle espece pour la Suisse et un nouvel envahisseur. Saussurea 33: 109-117

Zardini, E.M.H., Gu, H. & Raven, P.H. (1991): On the separation of 2 species within the Ludwigia uruguayensis Complex (Onagraceae). Systematic Botany 16: 242-244