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Die aquatischen Neophyten in Deutschland - Eine Übersicht

 
                       

Azolla filiculoides

Azolla mexicana

Cabomba caroliniana

Crassula helmsii

Egeria densa

Eichhornia crassipes

Elodea callitrichoides

Elodea canadensis

Elodea nuttallii

Hydrilla verticillata

Hydrocotyle ranunculoides

Hygrophila polysperma

Lagarosiphon major

Lemna aequinoctialis

Lemna minuta

Lemna turionifera

Ludwigia grandiflora

Myriophyllum aquaticum

Myriophyllum heterophyllum

Pistia stratiotes

Sagittaria latifolia

Sagittaria subulata

Salvinia auricualata agg.

Shinnersia rivularis

Vallisneria spiralis

 
Lemna minuta Kunth (= Lemna minuscula Herter, Zierliche Wasserlinse, Lemnaceae)

Beschreibung:

Lemna minuta ist die kleinste bei uns anzutreffende Art der Gattung Lemna. Die Pflanzen sind (0,8) 1,0 - 2,9 (4) x (0,5) 0,7 - 1,9 (2,5) mm groß und besitzen 1 - 3 (4) einnervige Glieder. Die Pflanzen sind fast immer symmetrisch, der Vorderrand ist oft etwas spitzbogig. Die Lufthöhlen und Nerven reichen bis höchstens 3/4 der Strecke vom Nodium bis zum Apex. Entlang der Längsachse der Oberseite ist immer ein Grat in Form eines flachen Satteldaches vorhanden. Der Apex ist (von oben gesehen) wenig herabgebogen, flach oder etwas aufwärtsgebogen. Die Oberfläche ist grau- bis dunkelgrün, eher glänzend und etwas gekörnelt (Wolff 1991).

Herkunft und Vorkommen weltweit:

Lemna minuta ist auf dem amerikanischen Kontinent heimisch, weitere adventive Vorkommen finden sich in Europa und Japan (Landolt 1986, 1990).

Vorkommen in Europa:

In europäischen Ländern trat Lemna minuta erstmals ab 1965 auf, so z.B. in England, Frankreich und der Schweiz (Diekjobst 1983).

Erstnachweis in Deutschland:

Erstfunde dieser Art aus Deutschland stammen aus der Hochrheinebene (Wolff 1991). Die Art besitzt hier auch heute noch ihr größte Ausdehnung, wobei allerdings auch eine weite Ausbreitung in andere Gebiete Deutschlands stattgefunden hat (Wolff 1991). Es wird angenommen, daß die Ausbreitung in Deutschland von Lemna minuta vom Oberrhein aus durch Wasservögel erfolgt ist.

Verbreitung in Deutschland:

Lemna minuta ist mittlerweile in fast allen Bundesländern anzutreffen.

Bevorzugte Siedlungsgewässer:

Lemna minuta besiedelt alle Gewässertypen, dichte Bestände sind jedoch vor allem aus Gräben, kleinen Teichen und wind- und strömungsarmen Buchten größerer Gewässer bekannt.

Ökologie der Art:

Nach Landolt (1986 u. 1990 in Wolff 1991) hat die Art bestimmte Ansprüche an das vorhandene Klima, wobei die mittlere Wintertemperatur über - 1 °C und die mittlere Sommertemperatur bei + 16 bis + 26 °C liegen muß. Zudem müssen mindestens 170 Tage im Jahr Temperaturen über 10 °C aufweisen.

Ausbreitung und Vermehrung:

Die Art vermehrt sich in Deutschland vermutlich meist vegetativ, und die kleinen Pflanzen können leicht mit Hilfe verschiedener Vektoren in neue Gewässer gelangen.

Möglichkeiten des Managements:

Bislang gibt es keine beschriebenen Managementmethoden zur Bekämpfung der Wasserlinse. Dennoch ist vermutlich ein einfaches Abschöpfen der schwimmenden Pflanzen erfolgversprechend.

Literatur:

Abts, U.W. (1994): Neue und bemerkenswerte Blütenpflanzen des Niederrheins unter besonderer Berücksichtigung kritischer und schwer unterscheidbarer Sippen. Floristische Rundbriefe 28(2): 6-24

Denys, L., Packet, J. & Van Landuyt, W. (2004): Neofyten in het Vlaamse water: signalement van vaste waarden en rijzende sterren. Natuur.focus 3(4): 120-128

Diekjobst, H. (1983): Zur gegenwärtigen Verbreitung von Lemna minuscula Herter in der unteren Erft. Göttinger Floristische Rundbriefe, 17: 168-173

Diekjobst, H. & Wolff, P. (1995): Das Mexikanische Eichenblatt (Shinnersia rivularis) und andere aquatische Neophyten in der unteren Erft. Natur am Niederrhein 10 (2): 41-48

Hauepler, H., A. Jagel & W. Schuhmacher (2003): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen in Nordrhein-Westfalen. Hrsg.: Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW, Recklinghausen.

Hussner, A. & Lösch, R. (2005): Alien aquatic plants in a thermally abnormal river and their assembly to neophyte-dominated macrophyte stands (River Erft, Northrhine-Westphalia). Limnologica 35: 18-30

Landolt, E. (1986): The family of Lemnaceae – a monographc study. Volume 1.= Biosystematic investigations in the family of duckweeds (Lemnaceae) (Vol. 2). Veröff. Geobot. Inst. ETH, Stift. Rübel, Heft 71, Zürich, 566 S.

Landolt, E. (1990): Über zwei seit kurzer Zeit in Europa neu beobachtete Lemna-Arten. Razprave 4, razreda SAZU 31(8): 127-135

Raabe, U. (1984): Lemna minuscula Herter auch in Westfalen. Göttinger Floristische Rundbriefe 18: 42

Wolff, P. (1991): Die zierliche Wasserlinse, Lemna minuscula Herter: Ihre Erkennungsmerkmale und ihre Verbreitung in Deutschland. Floristische Rundbriefe 25 (2): 86-98

Wolff, P., Diekjobst, H. & Schwarzer, A. (1994): Zur Soziologie und Ökologie von Lemna minuta H., B. & K. in Mitteleuropa. Tuexenia 14: 343-380

Zonderwijk, M., Schmidt, G., Stegeman-Broos, E., Gerard, R., Teekens, HJ., Huisintveld, A., Croese, T., Dammers, W., Wind, J., Werkman, W., Neurink, H. & Hekkink, H. (2004): Uitheemse plaagplanten in Twentse wateren. 24 S.