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Die aquatischen Neophyten in Deutschland - Eine Übersicht

 
                       

Azolla filiculoides

Azolla mexicana

Cabomba caroliniana

Crassula helmsii

Egeria densa

Eichhornia crassipes

Elodea callitrichoides

Elodea canadensis

Elodea nuttallii

Hydrilla verticillata

Hydrocotyle ranunculoides

Hygrophila polysperma

Lagarosiphon major

Lemna aequinoctialis

Lemna minuta

Lemna turionifera

Ludwigia grandiflora

Myriophyllum aquaticum

Myriophyllum heterophyllum

Pistia stratiotes

Sagittaria latifolia

Sagittaria subulata

Salvinia auricualata agg.

Shinnersia rivularis

Vallisneria spiralis

 
Lagarosiphon major (Ridley) Moss (Wechselständige Wasserpest, Hydrocharitaceae)

Beschreibung:

Diese Wasserpestart besitzt, wie der Name schon sagt, deutlich wechselständige Blätter in den unteren Stengelbereichen. In den oberen Stengelabschnitten sind die Blätter stark aneinander genähert und täuschen eine Quirlständigkeit vor. Die einzelnen Blätter sind sehr starr und sichelförmig zurückgebogen (Wolff 1980). Die Sprosse werden bis zu mehreren Metern lang und die Pflanzen siedeln in Wassertiefen von bis zu mehreren Metern.

Herkunft und Vorkommen weltweit:

Die Art stammt ursprünglich aus Südafrika, wo die Art in einigen Gewässern durch ihren dichten Wuchs Probleme verursacht und deshalb oft als Unkraut angesehen wird. Neophytische Vorkommen der Art sind u.a. aus Neuseeland bekannt (Chapman et al. 1971, Rattray et al. 1994, Wells et al. 1997), wo die Art ein gutes Wachstum zeigt und bis in Gewässertiefen von 6 m vordringt.

Vorkommen in Europa:

Aus Europa ist die Art u.a. aus Großbritannien, Italien und der Schweiz bekannt. Die Pflanzen zeigen einen guten Wuchs und überwuchern z.T. die einheimische Vegetation (Koch 1950, Wolff 1980, Gassmann & Weber 2005).

Erstnachweis in Deutschland:

In Deutschland wurde die Art erstmals 1966 im Allgäu nachgewiesen (Wolff 1980), es folgten vereinzelte weitere Funde im Bundesgebiet (u.a. König 1992).

Verbreitung in Deutschland:

Die Art ist derzeit in Deutschland aus NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern bekannt.

Bevorzugte Siedlungsgewässer:

Lagarosiphon major besiedelt vor allem Stillgewässer und langsam fließende Gewässer mit sandigem oder schlammigen Untergund.

Ökologie der Art:

Lagarosphon major besitzt ein physiologisches Optimum bei 20-23°C. Die Pflanze wächst sowohl in nährstoffarmen als auch nährstoffreichen Gewässern und toleriert auch größere pH-Werte.

Ausbreitung und Vermehrung:

Lagarosiphon major breitet sich in Deutschland nur langsam aus, dabei konnte bislang nur eine vegetative Vermehrung und Ausbreitung festgestellt werden.

Möglichkeiten des Managements:

Um Bestände von Lagarosiphon major zu bekämpfen, wurden bislang Grasfische und Rotaugen als biologische Kontrollmittell besetzt, die jedoch relativ unspezifisch die Wasserpflanzen dezimieren.

Die mechanische Bekämpfung ist wie bei den meisten Wasserpflanzen eher nur bedingt geeignet, einen langfristigen Effekt zu erzielen.

Zur Bekämpfung von Lagarosiphon major wurden in der Vergangenheit zudem verschiedene Herbizide getestet, wobei Diquat die beste Wirkung erzielte.

Literatur:

Chapman, V.J., Brown, J.M.A., Dromgoole, F.I. & Coffey, B.T. (1971): Submerged vegetation of the Roturua and Waikato lakes. New Zealand Journal of Marine and Freshwater Research 5 (2): 259-279.

Clayton, J.S. (1982): Effects of fluctuations in water level and growth of Lagarosiphon major on the aquatic vascular plants in Lake Totoma, 1973-80. New Zealand Journal of Marine and Freshwater Research 16: 89-94

Gassmann, A. & Weber, E. (2005): Plants - Planta. In: An Inventory of alien species and their threat to biodivrsity and economy in Switzerland. CABI Bioscience, 417 S.

Hofstra, D. E., & Clayton, J.S. (2001): Evaluation of selected herbicides for the control of exotic submerged weeds in New Zealand: I. The use of endothall, triclopyr and dichlobenil. Journal of Aquatic Plant Management 39: 20-24.

Howard-Williams, C. & Davies, J. (1988): The invasion of lake Taupo by the submerged water weed Lagarosiphon major and its impact on the native flora. New Zealand Journal of Ecology 11: 13-19

Koch, W. (1950): Lagarosiphon major (Ridley) Moss unnd Elodea densa (Planch.) Caspary, zwei im Lago Maggiore eingebürgerte Hydrocharitaceen. Berichte der Schweizer Botanischen Gesellschaft 60: 320-323

König, A. (1992): Floristische Meldungen: Lagarosiphon major (Ridley) Moss. Botanik & Naturschutz Hessen 6: 110.

Rattray, M.R., Howard-Williams, C. & Brown, J.M.A. (1994): Rates of early growth of propagules of Lagarosiphon major and Myriophyllum triphyllum in lakes of differing trophic status. New Zealand Journal of Marine and Freshwater Research 28: 235-241.

Wells, R.D., de Winton, M.D. & Clayton, J.S. (1997): Successive macrophyte invasions within the submerged flora of Lake Tarawera, Central North Island, New Zealand. New Zealand Journal of Marine and Freshwater Research 31: 449-459

Wolff, P. (1980): Die Hydrillae (Hydrocharitaceae) in Europa. Göttinger Floristische Rundbriefe 14: 33-56