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Die aquatischen Neophyten in Deutschland - Eine Übersicht

 
                       

Azolla filiculoides

Azolla mexicana

Cabomba caroliniana

Crassula helmsii

Egeria densa

Eichhornia crassipes

Elodea callitrichoides

Elodea canadensis

Elodea nuttallii

Hydrilla verticillata

Hydrocotyle ranunculoides

Hygrophila polysperma

Lagarosiphon major

Lemna aequinoctialis

Lemna minuta

Lemna turionifera

Ludwigia grandiflora

Myriophyllum aquaticum

Myriophyllum heterophyllum

Pistia stratiotes

Sagittaria latifolia

Sagittaria subulata

Salvinia auricualata agg.

Shinnersia rivularis

Vallisneria spiralis

 

Hygrophila polysperma (Roxb.) T. Anderson (Indischer Wasserfreund, Acanthaceae)

Beschreibung:

Hygrophila polysperma (ROXB.) T. ANDERSON ist eine meist submers wachsende Art, die vor allem in recht warmen Gewässern vorkommt. Sie bevorzugt dabei langsam fließende Gewässer, tritt jedoch auch in Seen oder als emers wachsende Pflanze im Uferbereich der Gewässer auf (Spencer & Bowes 1985, Cuda & Sutton 2000, Sutton & Dingler 2000). Die z.T. bis über 2 m langen, kriechend aufsteigenden und selten aufrechten Sprosse sind gegenständig beblättert (Abb. 1). Die submers wachsenden Pflanzen besitzen runde Sprosse an denen die kurz gestielten Blätter sitzen.Bei den emers wachsenen Pflanzen sitzen die Blätter ungestielt auf den kantigen Sprossen. Die grünen oder rötlich schimmernden Blätter sind in der Regel bis zu 3,3 cm lang und 1,2 cm breit. Die emersen Blätter sind elliptisch bis eiförmig-elliptisch und dicker als die submersen Blätter, die aber ebenfalls oft elliptisch sind (ANDERSON 1876). Die bis zu 0,9 cm langen Blüten sitzen ungestielt in den Blattachseln. Die Kronblätter sind bläulich-weiß bis weiß, behaart und besitzen zwei Lippen. Die obere Lippe ist 2-lappig, die untere 3-lappig, der Blütenkelch besteht aus fünf gleichen, behaarten Lappen (Anderson 1876).

Herkunft und Vorkommen weltweit:

Hygrophila polysperma, ist in Indien beheimatet, wo die Art weit verbreitet anzutreffen ist (Anderson 1876). Neophytische Vorkommen sind bislang nur aus den USA (in den Bundesstaaten Florida und Texas) und Mexiko bekannt (Angerstein & Lemke 1994, Cuda & Sutton 2000). Vor allem aus Florida wird die Art als invasiv beschrieben, sie hatte sich dort nach ihrer Einführung um 1950 seit den 1980er Jahren stark ausgebreitet und übt einen erheblichen Konkurrenzdruck auf die einheimische Flora aus (Spencer & Bowes 1985, Van Dijk et al. 1986, Sutton 1995, Sutton & Dingler 2000, Owens et al. 2001).

Vorkommen in Europa:

In den einschlägigen, europäischen Florenwerken wird die Art nicht aufgeführt, lediglich Casper & Krausch (1981) erwähnen das Taxon und beschreiben es als beliebte Aquarienpflanze, die erstmals 1948 in Deutschland angeboten wurde (Paffrath 1979).

Erstnachweis in Deutschland:

Hygrophila polysperma wurde erstmals im Jahre 2005 in Deutschland nachgewiesen.

Verbreitung in Deutschland:

Hygrophila polysperma ist bislang nur aus NRW bekannt.

Bevorzugte Siedlungsgewässer:

Hygrophila polysperma besiedelt mit ihren emersen Wuchsformen Sümpfe und Feuchtgebiete, als submerse Pflanze ist sie auch in Still- und Fließgewässern zu finden, wobei eine Präferenz für fließende Gewässer beschrieben wird.

Ökologie der Art:

Die vermutlich nicht winterharte Art benötigt Wassertemperaturen von mind. 4°C, als optimal für die Art wird der Bereich zwischen 22-28°C angegeben.

Ausbreitung und Vermehrung:

In Deutschland kann sich die Art aufgrund der fehlenden Ausbildung von Samen nur vegetativ vermehren und ausbreiten. Da die Art bislang nur in thermisch anormalen Erft sich etablieren konnte, ist bislang nicht davon auszugehen, daß sie in naher Zukunft eine weite Ausbreitung in Deutschland erfahren wird.

Möglichkeiten des Managements:

Zur Bekämpfung von Hygrophila polysperma liegen derzeit nur ungenügende Informationen vor. Der Einsatz von Herbiziden ist aufgrund der großen Resistenz von Hygrophila polysperma gegen Herbizide nur wenig erfolgreich. Auch der Besatz von Grasfischen erscheint wenig erfolgversprechend.

Literatur:

Anderson T. (1876): An Enumeration of the Indian Species of Acanthaceae. Journal of the Linnean Society of London, Botany 9: 425-526.

Angerstein, M.B. & Lemke, D.E. (1994): First records of the aquatic weed Hygrophila polysperma (Acanthaceae) from Texas. Sida 16(2): 365-371.

Cuda, J.P. & Sutton, D.L. (2000): Is the Aquatic Weed Hygrophila, Hygrophila polysperma (Polemoniales: Acanthaceae), a Suitable Target for Classical Biological Control? Proceedings of the X International Symposium on Biological Control of Weeds: 337-348.

Hussner, A., Josephs, M. & Schmitz, U. (im Druck): Über Hygrophila polysperma (ROXB.) T. Anderson und Pontederia cordata L. in Nordrhein-Westfalen. Floristische Rundbriefe.

Owens, C.S., Madsen, J.D., Smart, R.M. & Stewart, R.M. (2001): Dispersal of native and nonnative aquatic plant species in the San Marcos River, Texas. Journal of Aquatic Plant Management 39: 75-79.

Paffrath, K. (1979): Bestimmung und Pflege von Aquarienpflanzen. Landbuch-Verlag (Hannover), 202 S.

Spencer, W. & Bowes, G. (1985): Limnophila and Hygrophila: A review and physiological assesment of their weed potential in Florida. Journal of Aquatic Plant Management 23: 7-16.

Sutton, D.L. & Dingler, P.M. (2000): Influence of sediment nutrients on growth of emergent Hygrophila. Journal of Aquatic Plant Management 38: 55-61.

Van Dijk, G.M., Thayer, D.D. & Haller, W.T. (1986): Growth of Hygrophila and Hydrilla in flowing water. Journal of Aquatic Plant Management 24: 85-87.